Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das aus dem Jahr 1785 stammende Wohnhaus der wohlhabenden Zündorfer Kaufmannsfamilie Peletier vom Orden der Cellitinnen übernommen und in das Kloster zum heiligen Josef umgewandelt. Sofort nach der Inbesitznahme des Peletier’schen im Jahre 1865 richteten die Cellitinnen in einem der Räume ein behelfsmäßiges Hauskapellchen ein, versehen mit einer Statue des heiligen Josef, des von ihnen erwählten Patrons des neuen Klosters. Schon bald setzte die Oberin Dominika (Barth) alles daran, die von Anfang an als provisorisch empfundene Hauskapelle durch einen eigenen größeren Kapellenbau zu ersetzen.

Wegen eines Rechtsstreits um das vorgesehene Gelände entstand erst in den Jahren 1887 – 88 als Ersatz für das Hauskapellchen die neue St. Joseph-Kapelle als schlichte, einschiffige Saalkirche mit einem Polygon-Chor in neugotischen Stilformen aus Backsteinmauerwerk. Der gesamte Bau ist den Kirchenbauten des Kölner Baumeisters Vincenz Statz (1819 – 1898) verwandt und gliedert ihn in die große Familie der neugotischen Kirchen und Kapellenbauten des Kölner Raumes ein. Das steile Satteldach bekrönt ein kleiner Dachreiter mit Spitzhelm. Im schlichten Innenraum ruhen die Kreuzrippengewölbe auf Engelskonsolen.
Ein markanter Blickfänger ist auch das Glasfenster auf der linken Seitenwand, welches das Rosenwunder zum Motto hat.
In der Legende des Rosenwunders wird die Mildtätigkeit und Heiligkeit Elisabeths von Thüringen und ihre Zuwendung zu den Armen und zur Armut ausgeschmückt. Auf diese Legende gehen zahlreiche bildliche Darstellungen Elisabeths zurück.
Als Elisabeth eines Tages in die Stadt geht, um den Armen Brot zu geben, obwohl gerade dies ihr unter Strafe verboten ist, trifft sie die Mutter ihres Mannes (in anderen Versionen ihren Mann selbst), die ihre Barmherzigkeit nicht gutheißt und ihr eine Falle stellen will. Auf die Frage, was sie in dem Korb (andere Versionen: unter der Schürze) habe, den sie bei sich trägt, antwortet Elisabeth, es seien Rosen im Korb. Ihre Schwiegermutter bittet sie, das Tuch zu heben, um die wunderbaren Rosen sehen zu können. Widerwillig hebt Elisabeth das Tuch, und im Korb sieht die Schwiegermutter nur Rosen.

Endlich konnte dann die Kapelle am 26. Juni 1889 als St. Joseph-Kapelle geweiht werden. Sie diente dem Kloster und dem später dort eingerichteten Altenheim bis in die 1970er Jahre als Gottesdienstraum.

Seit 1974 betreuen die Nonnen das neue Zündorfer Altersheim. Der Klosterkomplex ging an die Stadt Porz, die ihn an eine Eigentümergemeinschaft mit dem Ziel verkaufte, einen Teil der Anlage der öffentlichkeit für kulturelle Anlässe zu öffnen. Seit 1985 zeigte Wolfgang Amadeus Erdle hier mit seiner „Galerie im Alten Kloster“ in einigen Klosterräumen moderne internationale Kunst aus allen Ländern der Erde.
Das nebenstehende Foto zeigt die Kapelle und einen Teil des Klosters und stammt aus den 1970er Jahren, wahrscheinlich zum Ende Nutzung als Altersheim und vor der Eingemeindung von Porz nach Köln. Rechts neben der Kapelle erkennt man den nun freien Platz des ehemaligen Pelletierschen Hauses.
Weiterführende Informationen sind in einem kulturhistorischen Aufsatz zu finden.
